Theater der Vampire - Vampire Live Rollenspiel mit Nordic LARP Elementen -
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7. Schloss Wittringen

Mein geliebter Vlavius,

wie ich Dir versprach, entsende ich Dir nunmehr meinen Bericht über das Wasserschloss Wittringen in Gladbeck.

Unbekannt ist, wann und von wem die Ansiedlung gebaut worden ist. Einige historische Spuren deuten auf eine Besiedelung zur Zeit der römischen Besetzung hin.

Die sterbliche Geschichte lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Ich habe in den alten Archiven der Burg gestöbert und bin auf die Besitzurkunden aus dem Jahre 1263 gestoßen, in denen Ritter Ludolfus de Wittringe, ein Bruder des Dietrich de Hurst (auch als „Horst im Bruch“ bekannt), erstmalig als Besitzer des Schlosses erwähnt wird. Wahrscheinlich hat er die Wasserburg erbaut, während er in einem Wohnturm hauste. Die Reste dessen kann man auf dem uralten Bauernhof Ellinghorst (nach seinem Besitzer Horst in den Ellern) finden – ich finde eine Burg auch viel ansprechender als einen Wohnturm.

Ritter Ludolfus führte als Wappen einen doppelköpfigen Adler (von Arnsberg stammend). Natürlich ist uns klar, dass die Ursache dafür bei unserer Familie zu suchen ist.

Das Geschlecht derer von Horst, stammte von der Burg Altendorf am anderen Ufer der Ruhr, vielleicht ist der Einfluss aus dieser Richtung gekommen.

Der nächste Besitzer, auf den ich stieß, war Heinrich von Brachtbecke (Brabeck) genannt von Wittringe. Das war im Jahre 1394, wie du siehst, liegen zwischen Ritter Ludolfus de Wittringe und Heinrich von Brachtbecke - Wittringe 131 Jahre, wo ich mir anmaße zu vermuten, dass es sich auch um den Einfluss eines Vampirs handelt, ich bin mir nur noch nicht sicher, in welchem Maße.

Die Brabecker behielten ihr Wappen mit den drei Wolfsangeln bei. Die Stadt Gladbeck hat dieses Wappen 1929 als Stadtwappen übernommen.

1438 wurde Ernst von Oeffte (Tochtermann des Heinricht von Brachtbecke-Wittringe) von Herzog Adolf von Kleve mit einer Hälfte des Grundes Wittringen beschenkt, 1446 erwarb Dietrich von Westrem, dessen Stammsitz in Recklinghausen war, die andere Hälfte von Wittringen durch Kauf.

Sein Enkel Rutger von Westrem veräußerte sie später an die Familie von Oeffte, die nunmehr ganz Wittringen besaß. 1540 ging der gesamte Besitz als Verlobungsgeschenk auf das Rittergeschlecht von der Capellen über.

1642 wurde Haus Wittringen von hessischen Söldnern im 30jährigen Krieg gebrandschatzt.

1705 kam das Haus an die Familie von Vittinghoff-Schell, die die Grundstücke, Wirtschaftsgebäude samt Mühle verpachtet und das Herrenhaus dem Rentmeister, dann dem Förster überließ. Der letzte Besitzer, Freiherr Friedrich von Vittinghof-Schell (Calbeck bei Goch) verkaufte Wittringen mit allen Baulichkeiten und 450 Morgen Ackerland und Wald im Jahre 1922 an die Stadt Gladbeck.

Soweit die geschichtlichen Daten aus der sterblichen Welt.

Aus der Zeit Dietrich von Westrem stammen auch einige umfangreiche Ausbauten des Kellergewölbes und die Erweiterung um eine Familiengruft und ein Gangsystem für den Fall der Belagerung. Ich habe mich von dem Kellersystem überzeugt, es birgt genug Platz für zahlreiche vampirische Gäste und ihre Särge.

Später wurde der Keller für die sterbliche Welt verschlossen und zugeschüttet, ein Geheimgang, der auch genug Platz für Särge und Gepäck bietet, führt vampirische Gäste und Bewohner weiterhin nach unten. Die Menschen haben die Existenz der Gewölbe schon lange vergessen.

Einige Legenden ranken sich um das Schloss, manche davon sicherlich eine Resonanz auf die Präsenz eines Vampirs.

Zur Zeit der Pest, so erzählt eine der bekanntesten Sagen, soll sich der Schlossherr aus Angst vor Ansteckung in seinem Turmzimmer eingeschlossen haben. Genutzt habe ihm das aber nichts, da man ihm am nächsten Tag tot in seinem Bett fand. Ich bin mir fast sicher, dass er dem damaligen vampirischen Hausherr vorzüglich gemundet hat.

Das Gebäude an sich hat mehrere sehr schöne Räume, auch ein Kaminzimmer, jedoch denke ich, dass wir davon nur den großen Gildesaal benötigen werden.

Er verfügt über zwei separate Emporenräume und eine Bühne. Des weiteren gelangt man durch den Saal auf einen breiten Balkongang, der fast um das ganze Schloss herumführt und zu wunderbaren nächtlichen Spaziergängen einlädt.

Die Umgebung des Schlosses ist größtenteils Wald, jedoch mit vielen Spazierwegen. Eine große Voliere befindet sich in unmittelbarer Nähe, wo es wunderschöne Vögel zu sehen gibt. Zu Füßen der Schlossanlage liegt ein stiller See in dem sich in klaren Nächten der Mond silbern siegelt.

Ich bin mir sicher, dass dieses Gebäude für unser Fest perfekt ist. Valerius wohnt seit vielen Jahren hier und hat mich bereitwillig durch alle Räume und Gänge geführt.

So schließe ich nun diesen Bericht und hoffe, dass er zu Deiner Zufriedenheit war.

Mein Herz erfreut sich bei dem Gedanken, Dich alsbald wieder sehen zu können.


Deine


Chantal

7. Schloss Wittringen
Datum:   08.11.2004
Autor:   Janina
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Theater der Vampire - Vampire Live - von M. Schroeder
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