Theater der Vampire - Vampire Live Rollenspiel mit Nordic LARP Elementen -
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2.6. Etikette - Namen und Umgangsformen

"Etikette ist die Kunst, einen Erfolg zu erzielen,
ohne sich einen Feind zu machen."
(Isaac Newton)

Wenn sich zwei Vampire am Hofe der Nacht treffen, ähneln sie zwei Raubtieren, die sich in der Wildnis begegnen. Man umkreist sich verbal in angemessenem Abstand und zeigt seinen Respekt durch die Sprache, die man wählt.

Die Etikette und die Umgangsformen am Hofe der Nacht sind so unterschiedlich und vielfältig, wie die Vampire selbst und es würde der Individualität des Vampirs nicht gerecht werden, wenn man versuchen würde, diese auf einige profane Regeln oder Anweisungen zu reduzieren.

Dennoch haben sich im Laufe der Zeit gewisse Sitten im Umgang untereinander durchgesetzt und sind zu einer Form von ungeschriebener Tradition geworden, die von recht vielen Häusern und Familien hochgehalten und geachtet wird.

So ist es in vielen Häusern üblich, dass man sich nach seinem Tode und der Wiedergeburt durch den Dunklen Kuss einen neuen, vampirischen Namen gibt. Damit bringt man zum Ausdruck, dass man sein sterbliches Leben hinter sich gelassen und eine neue Existenz begonnen hat.

Das geht so weit, dass manche Vampire im Laufe der Jahrhunderte den Bezug zu ihrer sterblichen Identität fast gänzlich verlieren. Ihr Sein als Mensch verblasst und wird zu einer vagen Erinnerung, die sie längst nicht mehr festhalten können oder manchmal auch wollen.

Viele Vampire verwenden einige Mühe auf die Wahl ihres Namens, ist es doch für sie eine Wahl für die Ewigkeit. Manchmal erfolgt die Namenswahl auch, um die sterbliche Abstammung oder das Alter zu verschleiern. Einige Vampire bevorzugen es, ihren Namen einfach auf ihren Vornamen zu verkürzen. Andere wiederum wählen einen gänzlich neuen Namen, gelegentlich sogar mit einem mythologischen oder fiktionalen Bezug.

Erfahrene Vampire wissen, dass der Auftritt am Hofe der Nacht und der Eindruck, den man dort hinterläßt, von höchster Wichtigkeit sind, wenn es um die Frage des Ansehens geht. Aus diesem Bestreben heraus erfolgt die Wahl eines wohlklingenden Namens auch mit Blick auf das Publikum, denn ein allzu profaner Name könnte einen stilvollen Auftritt gänzlich zunichte machen.

Ähnliches gilt für die Anredeformen. Auch hier haben sich gewisse ungeschriebene Sitten etabliert, die von vielen Familien geachtet werden, um den Umgang miteinander zu erleichtern. Diese Gebräuche werden naturgemäß von den Vampiren auf ihre Erwählten übertragen, besonders in den Häusern, die ihre Erwählten als "Teil der Familie" betrachten.

Generell ist es unüblich, sich mit Nachnamen oder mit der Anrede "Herr/Frau" anzusprechen. Schließlich ist man in gewisser Weise Teil einer eigenen Welt und jenseits der Gesellschaft der Sterblichen und ihrer kurzlebigen Höflichkeitsfloskeln. Ein Vampir mag durchaus einen vollen Namen führen, vielleicht sogar mit einem Adelstitel, aber die meisten Vampire reden sich mit dem Vornamen und dem höfischen "Ihr" an.

Das "Sie" gilt als gewöhnlich und beinahe vulgär, denn es ist ein Merkmal der unwissenden Menschen und wird von manchen Vampiren unter Ihresgleichen als Beleidigung aufgefasst. Wer ein Wesen der Nacht mit dem "Sie" anspricht, mag damit zum Ausdruck bringen wollen, dass er sein Gegenüber nur als einfachen Sterblichen erachtet.

Das "Du" ist ein Ausdruck ganz besonderer Intimität und wird unter älteren Vampiren und in den traditionelleren Familien recht sparsam und wohl platziert verwendet. Beim "Du" ist die Verwendung aber eher uneinheitlich, es gibt durchaus Häuser, die es wie selbstverständlich untereinander pflegen, um ihre Zugehörigkeit zu demonstrieren.


2.6. Etikette - Namen und Umgangsformen
Datum:   30.08.2004
Autor:   Mercurius
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Theater der Vampire - Vampire Live - von M. Schroeder
erstellt mit PHPKIT Version 1.6.03 © von moonrise und C.C.P. 1.9.1 / TdV-Mod v. M. Schroeder