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Geprägte
(dargestellt von Ana Corcaci)
"The mind is its own place, and in itself
Can make a heav’n of hell, a hell of heav’n."
(Milton: Paradise Lost)
Ich starre in meine Augen, mein Blick verschränkt mit dem Spiegelbild. Zwischen ihr und mir ist der Abgrund. Sie presst ihr Gesicht an Deine Brust, klammert sich mit geschlossenen Augen an Dir fest; ihre helle Gestalt verschmilzt mit Deiner schillernden Reptilienhaut. Die Schwärze blickt Euch an, aber Du siehst nur sie, und sie sieht nichts.
Hinter mir steht die Nacht, vor mir die Schwärze des Abgrunds, hypnotisch mich anblickend mit dunklen Augen, auffordernd und kühl. Mein Verlangen ins Glas hineinzutreten wird zu einem dumpfen Schmerz dicht unter dem Herzen, ich spüre das Blut träge in meinen Schläfen. Die Hände auszustrecken, meine Fingerkuppen auf ihre zu legen, mit ihr zu verschmelzen, damit Deine kalten, schmalen Lippen auch auf meinem Haar reglos liegen...
Doch der Abgrund zwischen uns ist zu weit, unüberbrückbare Zentimeter trennen unsere Hände voneinander, obwohl ich schon beinahe das Gleichgewicht nicht mehr halten kann. Da hebst Du für einen Augenblick den Kopf, Deine Lippen lösen sich von ihr, und Unsere Augen begegnen sich, nur durch hauchdünnes Glas getrennt.
Eine zögernde Hand, von Hoffnung getrieben, schwebend vor Furcht. Minutenlang verharrend vor der Oberfläche, während das Glas langsam seine Kühle verliert und Wärme zurückstrahlt, als sei sie Deine... und wenn ich keine Kälte mehr spüren kann, der Versuchung erliegen, die Fingerkuppen ins Glas tauchen, meine Form aufgeben, den Gedanken an den Raum aufgeben, in dem der Spiegel steht.
Die Hoffnung wird zur unerträglichen Glut, versengend, nicht wärmend, so kalt, dass sie auf der Haut brennt. Hier hat sich die Zweidimensionalität der Oberfläche in etwas Unaussprechliches verwandelt. |
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| Datum: |
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19.08.2008 |
| Autor: |
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December |
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