Vampir, Haus Lucius
(dargestellt von Stephan Horn)
„Für jedes Problem gibt es eine einfache Lösung, die es noch schlimmer macht.“ (Hans- Jürgen Quadbeck-Seeger)
„Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele mit sich selbst.“ (Seneca)
„Ein Mensch ohne fortlaufenden Erfolg ist wie die Zeitung von gestern. Niemand interessiert sich dafür.“ (Richard A. Rijksvogt)
Einst die Hoffnung seiner Familie, nun ein Name den man nicht mehr in den Mund nimmt. Jemand den man meidet, einen den man verheimlicht.
Richard war als Sohn einer alten Adelsfamilie geboren worden. Das Vermögen und der Einfluss des Hauses hatten durch die Jahrhunderte gelitten. Waren sie einst belehnte Edelleute und Günstlinge von Fürsten und Kaisern, blieb ihnen dieser Tage nur ihr Name und ihre Ehre.
Doch ein Sohn wurde zur Hoffnung dieses alten Geschlechts. Richard hatte klare Ziele und war bereit sie erreichen, was es auch kostete. Mit 17 erhielt er sein Abitur und wurde ohne Widerstände in die Polizeiakademie aufgenommen. Als Jahrgangs bester schloss er zur Zufriedenheit seiner Familie und zum Stolz seiner Ausbilder ab. Es folgten zwei Jahre einer erweiterten Ausbildung zum Anti-Terror Spezialisten. Als Hauptkommissar zur besonderen Verwendung trat er schließlich in den höheren Dienst ein. Doch seine erste Aufgabe sollte ihm zum frühen Verhängnis, und für seine Familie zur größten Schande werden. Während einer Operation, die in der Presse als „Massaker von Wattenscheid“ Bekanntheit erringen sollte, kamen mehrere Beamte, die Terroristen und alle Geiseln um. Die Familie wandte sich von ihm ab und verstieß ihn. Die Polizei suspendierte ihn auf unbestimmte Zeit, und die Partei leitete ein Ausschlussverfahren ein. Seine ambitionierten Pläne einst zum Innenminister aufzusteigen waren in einem Moment verloren.
Richard verfiel dem Alkoholismus und dem Drogenmissbrauch. Unendlich erschüttert vom grimmen Schicksal, ward er gefunden von seltsamen Zeitgenossen. Ohne Antrieb und auf der Suche nach Ablenkung folgte er den mysteriösen Andeutungen, und so fand er seinen Weg in die Hallen des Hauses Lucius.
Voller Zweifel und Skepsis stand er dem gegenüber, was seine Gastgeber ihm an dunklen Mysterien eröffneten. Und langsam aber sicher begann er zu begreifen, was seine tatsächliche Rolle im Theater des Schicksals sei.
Unlängst ward ich des Wandels gewahr der von statten ging. Ein sachtes Erzittern des Äthers, wie ein beiläufiger Kommentar alter Kräfte zu einem Vorgang der sich nur selten vollzieht.
So begab ich mich denn auf die Suche nach dem Ursprung dieser Wahrnehmung und folgte meinem Instinkt in die Lande zwischen Rhein und Ruhr. Dort fand ich ihn, denselben den ich schon kannte, aber doch verändert.
Ich wusste nun, das Principium Orbis hatte sich erneut erfüllt.
Frater Alessandro, Ordo Aeon (Orden der Suche) in seinen persönlichen Notizen |