Theater der Vampire - Vampire Live Rollenspiel
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Maljinn

Vampirin, Haus Khaan

(dargestellt von Tanja Cibulski)

"I must be cruel, only to be kind:
Thus bad begins and worse remains behind."
(Shakespeare, Hamlet)


Mit blutverschmiertem Gesicht und noch immer hungrigem Blick hielt sie den toten entstellten Körper in ihren Händen. Dort wo seine Kehle sein sollte, war nur ein großes blutiges Loch zu sehen, aus dem die Knochen der Wirbelsäule weiß hervorschimmerten. Verwundert starrte sie einen Moment in die toten Augen des Opfers, dann ließ sie es mit einem wütenden Knurren fallen.

Sie spürte den Blick ihres Alphas auf sich, ohne dass sie sich zu ihm umdrehen musste. Es war wie ein kurzes Brennen auf der Haut, dass ihr bewusst machte, wenn sich jetzt zu ihm wandte, dann würde sie ihn direkt anschauen. Dieser Blick, der sich wie feurige Nadeln durch ihre Augen bohrte und ihr jedes Mal von neuem seine Kraft bewusst machte.

Doch dafür war er ihr Alpha.
Dafür hatte sie die Wahl getroffen, ihm zu folgen.
Dafür hatte sie sich entschieden, ihre alte Existenz zu opfern.
Dafür war sie seine Schamanin geworden.

Und somit drehte sie sich um und ihre Blicke trafen sich. Sie sah den ewigen Zorn in seinen von schwarzen Adern umrandeten Augen und spürte auch den ihren aufsteigen. Für einen Moment hielt sie den Blick. Länger als früher sah sie ihn an, stellte sich dem Feuer, ließ die Wut in sich hochsteigen und badete in seiner. Dann drehte sie den Kopf leicht zur Seite und senkte den Blick. Eine Geste des Respekts.

Sein Blick fiel auf das Opfer und sie hörte seine ruhige klare Stimme, die im Moment einen Gegensatz zu dem bildete, was in ihm brannte.

„Nicht dass ich etwas gegen sinnloses Blutvergießen einzuwenden hätte, aber wenn Du so weiter machst, wirst Du nicht so leicht von Deinen Opfern satt werden, Jordis.“

Jordis? Der Name klang irgendwie vertraut. Er gehörte zu einer Erinnerung an jemanden. Sie schüttelte den Kopf. Ihr Blick wanderte von dem leblosen Körper erneut zu ihrem Alpha. Mit heiserer Stimme sprach sie zu ihm.

„Jordis ist tot. Ich bin Maljinn Blutwolf.“

Sie musterte ihn kurz, um sich zu vergewissern, dass er ihre Worte verstanden hatte, bevor sie weiter sprach.

„Mit diesem Namen schickten mich die Geister zu dir zurück. Doch die Erinnerungen von Jordis gaben sie mir mit, um ihr Opfer zu ehren und dafür zu sorgen, dass die Geschichte der Kriegerin nicht vergessen wird.“

Sie schloss die Augen und zog die Witterung ein. Der Hunger quälte sie noch immer. Er war zu einem ständigen Begleiter ihrer Nächte geworden. Der Wind trug die Witterung von Menschen an sie heran. Der Geruch ihres Blutes, ihres Schweißes verwirrte ihre Gedanken und ihre Muskeln spannten sich an, bereit das nächste Opfer zu schlagen.

Doch da war noch etwas anderes im Wind. Leise Stimmen, flüsternd hörte sie ihren Namen. „Maljinn Blutwolf“. Sie wusste, was das hieß und ein Teil von ihr bedauerte, dass sie ihrem Drang nach Jagd nicht jetzt nachgehen konnte. Doch Disziplin, war eine von Jordis Stärken. Und im Geiste dankte Maljinn ihr für diese Stärken, die nun auch in ihr wohnten.

Sie öffnete die Augen und fixierte noch ein letztes Mal ihren Alpha, bevor sie den Blick wieder senkte und mit heiserer Stimme sprach.

„Der Ruf der Ahnen im Wind, sie wollen zu mir sprechen.“

Sie wandte den Kopf in Richtung des Waldes. Aus ihrer Kehle kam ein schriller durchdringender Laut. Und sie rannte los, dem Wind entgegen, bis sie im Wald verschwand.

Maljinn
Datum:   16.11.2009
Autor:   Jordis
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Theater der Vampire - Vampire Live - von M. Schroeder
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