diese Frage geht speziell an die Gastgeber des letzten Treffens und an die zahlreichen Neueinsteiger, von denen ja einige bereits Erfahrungen mit dem WoD-Vampire und/oder anderen LARPs haben.
Mich würde interessieren, wo Ihr ingesamt die Unterschiede zu Euren bisherigen Spielerfahrungen sehen würdet.
Ich unterstelle einfach mal, dass das TdV sich von anderen VLs/LAPRS unterschiedet - was waren aus Eurer Sicht die markantesten Unterschiede?
Wo würdet ihr Abgrenzungen sehen, wo Gemeinsamkeiten? Wie groß oder klein war der "gefühlte" Unterschied, im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen? Das berücksichtigt auch solche Dinge wie "Stil, Welt, Umsetzung, Rollen, Rollenerschaffung" usw. - halt alles, was Euch so aufgefallen ist.
Das Ganze ist jetzt nicht als ausschweifende Diskussion oder Diskurs gedacht, eher als eine Art Rückmeldung, da gerade die Frage nach dem "Unterschied" immer wieder aufgeworfen wird.
Liebe Grüße,
Mirko
Der Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Mercurius am 21.08.2008 - 15:28.
Nun erstmal denke ich, dass die Frage vielleicht nach einem weiteren Event besser Beantwortbar ist. Da wir sehr viel selbst ins Spiel gebracht haben und ich leider wenig von den Geschehnissen die nichts mit dem Haus zu tun hatten mitbekommen habe.
Im Theadbackthread wurde z.B. erwähnt, dass auf sonstigen Abenden mehr Grusel rübergebracht wurde.
Ein Unterschied der mir erst auf den zweiten Blick richtig bewußt wurde, ist die Tatsache, dass weniger Events stattfinden, die dafür aber Intensiver begangen werden können.
Dies und die Tatsache, dass das Spiel nicht nur auf eine Stadt begrenzt ist, erleichtert die Findung stimmungsvoller Räumlichkeiten, die für die meißten neu sind. Zumindest für mich persöhnlich ist dies ein großer zugewinn, wenn die Räumlichkeiten nicht zu vertraut sind. Neue Orte wecken vielmehr die Erwartung auf neues im Gesamten und verwehren die Sicherheit gewohnter Umgebung.
Natürlich gibt es noch viel viel mehr was anders ist, aber ich habe versucht, auf das einzugehen, was nicht auf dieser Homepage explezit erwähnt wurde.
Der Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Alexandra R am 21.08.2008 - 15:50.
Kleine Anmerkung von mir dazu.
Dadurch das es hier eine sehr dynamische Welt ist, wo Häuser selbst aufgebaut und die Besonderheiten überlegt werden, wird mit viel weniger Bücherwissen gespielt als beim normalen Vampire Live und man muss sich viel mehr Inplay erarbeiten. Durch die nicht so festen und weniger umfangreichen Regeln gibt es weniger "Regelficker" (verzeiht das Wort, aber es ist nunmal so^^) und mehr schöne Szenen im Spiel. Da gibts kein Timefreeze weil man erstmal ausdiskutiert, ob man nun einen Willenskraftpunkt geschmissen hat oder nicht. Zumindest habe ich sowas noch nicht erlebt und hoffe das es so bleibt.
Soviel von mir, das waren die Punkte die mir bislang aufgefallen sind.
Ich bin zwar schon ein Weilchen länger dabei, aber da sich der Thread ja auch an die Gastgeber richtet, mlede ich mich auch einfach mal zu Wort.
Ein ganz großer Unterschied zwischen den "konventionellen" Larps ist die Art und Weise des Spiels. Beim TdV gibt es keine "Tellings", also nach dem Motto "Mein XY ist aber magisch und geweiht". Es ist nur das da, was da ist und das finde ich sehr gut.
Es wird sehr viel gespielt und ich erlebe immer sehr wenig Einsatz von Gaben, was ich als sehr positiv empfinde.
Auch die Qualität des Rollenspiels ist eine gänzlich andere, als ich das beim Larp oder Vampire Live bisher erlebt habe. Es wird viel mehr Wert auf eine gut ausgespielte Szene gelegt als auf das Gewinnen-Wollen.
Man ist zudem in der Gestaltung seiner Rolle etwas freier, als man es beim Vampire Live oder beim Larp ist.
Ich beschreibe das mal so: Das TdV hat so viele Regeln wie nötig, aber so wenige wie möglich. Das finde ich sehr positiv. Bei anderen Regelwerken wird auch jede Eventualität berücksichtigt und schränkt das Spiel dann doch sehr ein.
Und auch die Frequenz der Spielabende macht einen großen Unterschied aus. Die Spieler gehen dann mit einer ganz anderen Motivation in die Spielabende als das beim Larp oder Vampire Live der Fall ist. Ein Larp läuft zumeist über ein ganzes Wochenende, ein Vampire-Live findet meistens einmal im Monat statt. Da geht man anders heran als an eine Frequenz von einem Spielabend in 2 bis 3 Monaten. Die Vorbereitungen sind anders und ich habe außerdem den Eindruck, dass man sich einfach etwas mehr Mühe gibt. Zumindest geht mir das so
Das sind so die markantesten Punkte, die mir so aufgefallen sind.
als SL einer Nachtvolk-Domäne kenne ich natürlich das VtM-adaptierte Live-System recht gut (hoffe ich zumindest *g*). TdV ist mir allerdings in einigen Punkten immer noch nicht ganz zugänglich bzw. erschließt sich mir nicht ganz. Daher ist es schwierig, hier als Seiteneinsteiger fundiert zu argumentieren. Ich versuche es trotzdem.
Was mir zusagt ist der Fokus aufs Spiel und der Verzicht auf viele Regeln, Disziplinen, Attribute, etc. Auch das Du kannst was Du (darstellen) kannst-Prinzip, welches ich aus vielen LARPs kenne, spricht mich an.
Es sind allerdings auch im TdV die Spieler, die das SPiel tragen, mit deren Darstellung die Qualität des Abends steigt oder sinkt, was ich bei VtM genauso empfinde. Letzten Endes ist es immer das gelungene Spiel, welches einen Abend zu einem Genuss werden lässt oder zu einer faden, langweiligen Zeitverschwendung. Ich denke, wenn die Spielerzusammensetzung passt, kann man in beiden Spielwelten jede Menge Spaß haben.
Was mir beim TdV etwas fehlt, ist das Quentchen boshafte Konsequenz, das Spielaktionen meines Erachtens haben sollten. Vieles bleibt scheinbar folgenlos, wenn ein Charakter sich daneben benimmt oder vielleicht gar ein Risiko darstellen könnte, so wird da nicht weiter interveniert. Das mutet mir ein bisschen kuschelig an, kann aber gut sein, dass mein Eindruck da einfach nicht tief genug ist, dass ich hier sinnvoll ein Urteil abgeben kann.
Auch ist die Gesellschaftsstruktur ja sehr offen, es gibt keinerlei Ämter, kein Statussystem ergo auch keinen Verantwortlichen, wenn sich etwa ein Vampirjäger oder sonstiger Antagonist (sofern diese überhaupt bespielt werden?) einschleicht. Weiterhin gibt es keinen Plot (oder doch?) außer dem, den sich die SPieler selbst erzeugen.
Für mich stellt es sich so dar, dass TdV hauptsächlich von den Spielern und ihren Ideen/Umsetzungen getragen wird, VtM eher ein aufgepfropftes System mit einem düsteren Setting ist. Auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen fühle ich mich im VtM mehr zuhause, logischerweise, genieße hier sehr gelungenes Etikettespiel, das Gieren nach Status, fieses Intrigenschmieden oder einfach den Thrill, vor anderen Charaktären Angst zu haben oder selbige zu verbreiten. Dazu gehört für mich auch immer das ungute Gefühl im Nacken, dass der Char, aus welchen Gründen auch immer, die Nacht nicht überleben könnte, weil es immer irgendwen gibt, der am eigenen Stuhl sägen könnte oder den man bereits hinreichend gegen sich aufgebracht hat. Fressen und gefressen werden eben. Der Einsatz von Disziplinen allerdings hat für mich nichts mit gutem Spiel zu tun, genausowenig Regelfetischismus. Mein derzeitiger Tremere-Char hat in sieben Monaten Spielzeit einmal im Spiel eine Disziplin eingesetzt bzw. einsetzen müssen (um einen Tisch für sich alleine zu haben *g*).
Aber ich werde weiter nach den dunklen und fiesen Elementen im TdV suchen *g*.
Ein weiterer Unterschied ist für mich die Spielfrequenz. VtM kann ich innerhalb unserer Chronik (wenn wir Münster hier mal mit vereinnahmen *g*) dreimal spielen und zwischendurch via Foren oder Spieler-Spieler-Aktionen. Es ist ergo immer präsent, was allerdings den Nachteil hat, dass man sich mehr kümmern muss oder kann. Natürlich ist keiner gezwungen, das zu tun, aber es ist schon schön, wenn man auf eine IN-Anfrage auch zeitnah Antwort erhält. Das System dahinter ist ja, dass das (Un-)Leben weiter geht, dass für den Char dieselbe Zeit vergeht wie für den Spieler. ERgo tut der Char ja auch irgend etwas in dieser ZEit, worüber man sich Gedanken macht. Er forscht, er intrigiert, er mehrt seinen Reichtum, er betätigt sich künstlerisch, er geht seinen Passionen nach, Ereignisse strömen auf ihn ein, verärgern oder erfreuen ihn und machen ihn vielleicht ein bisschen zu einem anderen, wenn man ihn das nächste Mal auf einem Spielabend trifft. Charakterentwicklungen können so gut verfolgt, ausgespielt werden. Auch das ist -für mich- wichtig. Dass der Char seine persönliche Geschichte hat, aber eben auch seine eigenen Ziele, sein mögliches Spiel"ende", auf das er zusteuert, bewusst oder unbewusst. Das finde ich bislang so im TdV nicht wieder.
Soweit meine sicherlich noch unqualifizierte Meinung! (Aber die war ja explizit verlangt!)
Liebe Grüße,
Eva
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