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2.4. Gesetze - Die Gebote der Nacht
23.03.2004 - 08:38

"Die Gebote unserer Art sind keine Gesetze im gemeinen Sinne, die in schweren Gesetzesbüchern niedergeschrieben und ausgelegt werden.
Vielmehr sind sie Traditionen, durch das Blut weitergegeben vom Vorfahren auf den Nachkommen. Teil unserer Wesensart seit undenklichen Zeiten, vom Schicksal in unsere Seelen gebrannt. Ein fundamentaler Bestandteil unseres Daseins und Schlüssel zum Verständnis unserer Natur.
Wir sind Vampire, keine Advokaten."
(Mercurius, Ordo Arkanum)

Die Gebote der Nacht sind die fundamentalen Gesetze der Vampire, jene traditionellen Normen, die als allgemeingültig angenommen und eingehalten werden.

Nach vorherrschender Meinung sind die Gebote so alt wie die Vampire selbst, ihr Ursprung liegt im Dunkel der Geschichte verborgen.

Selbst die Ältesten sind sich darüber im Unklaren, wo der Ursprung der Gebote liegt. Und so wundert es nicht, dass es vielfältige Legenden und Meinungen dazu gibt.

Völlige Einigkeit unter den Vampiren besteht aber darin, dass die Gebote der Nacht sakrosankt sind, unumstößlich und für die Ewigkeit bestimmt.

Dabei sind die Gebote der Nacht nicht als schriftlich fixiertes Gesetzeswerk im engeren Sinne zu verstehen, sondern eher als eine Art moralischer Imperativ des Vampirseins, der in meist verbaler Tradition von Schöpfer zu Kind weitergegeben wird.

Der vampirische Philosoph Armand, einer der ältesten  existierenden Vampire, spricht in seinen Erinnerungen davon, dass er die Gebote der Nacht in folgendem Wortlaut von seinen Vorfahren gelernt hätte, die sie wiederum auf diese Weise bereits von ihren Vorfahren empfangen haben:

I.
Du sollst nicht einen anderen Vampir erschlagen. Du schuldest Deinem Schöpfer und Deinen Ältesten Rechenschaft für Dich und Deine Kinder. Nur den Ältesten sei das Recht über Leben und Tod gegeben. Ihnen sei es geboten, die den Sünden unrettbar Verfallenen, die nicht auf die rechte Art Erschaffenen oder jene, die die Gebote übertreten haben, auszulöschen.

II.
Du sollst nicht ohne die Erlaubnis Deiner Ältesten den Dunklen Kuss schenken.
Du sollst nicht den dunklen Kuss denen geben, die nicht für sich selbst sorgen können, nicht Krüppeln, noch Kindern. Du sollst den dunklen Kuss nur denen geben, deren Seele noch rein ist.

III.
Du sollst nicht Deine Natur oder Deine Gaben einem Sterblichen offenbaren, und ihn am Leben lassen. Du sollst nicht Zeugnis ablegen über den wahren Namen eines Vampirs, noch sollst Du Geschichte oder Geheimnisse Deiner Art den Sterblichen enthüllen. Nur denen, die erwählt sind, sollst Du Dich enthüllen dürfen.

IV.
Du sollst nicht Deine oder die Zuflucht eines anderen Vampirs an Sterbliche verraten. Betrittst Du die Zuflucht eines Anderen, so sollst Du sein Wort, sein Haus und seine Sitten achten.
 



Mercurius


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